Archive for the 'Wie es war' Category

25. Tag im Studio

Tuesday, July 28th, 2009

Das war heute der definitiv vorletzteste Tag, den ich je im Zeitstrahlstudio verbracht habe. Zumindest vorerst. Schade, aber wahr. Und es war ein ausgesprochen schöner: geistreich diskutieren, rumalbern, tolle Musik hören und lecker Essen - Divenherz was willst du mehr?!
Der wirklichen Arbeit wohnte ich nur etwa eine Stunde lang bei, dann war Florian schon fertig. “Das alte Feuer” war der letzte Song, den er mit geschicktem Drehen und Schieben der Regler zu einem klanglichen Meisterwerk zaubern wollte. Ob es ihm gelungen ist? So was ist doch immer subjektiv, am besten du kommst vorbei und hörst es dir bei ner Tasse Kaffee und einem Achtel Melone selbst an. Das klingt doch nach nem Plan, oder?
Nachdem dieses wunderschöne Punkrocklied eingekleidet war, erzählte mir mein Produzent und Mentor beiläufig, er hätte beim “Grobi” etwas verändert, Streicher, Schlagzeug und Bass kämen ihm da zu unvorbereitet um die Ecke und man müsse das vorher ankündigen. Jetzt hört man einen Geigenauftakt und einen Snarewirbel. Wenn ich ganz ehrlich bin, und ich bin jetzt mal ganz ehrlich, dann war es mir ziemlich gleich, ob das jetzt da ist oder nicht. Es bleibt ein fetter Opener, wie wir Musiker zu sagen pflegen. Ja, fett - das ist er, der Grobi!

24. Tag im Studio

Friday, July 24th, 2009

Heute waren wir völlig energielos. Es gab zwar fast keinen Tag, an dem ich nicht auf die Frage, wie es mir gehe, erwiderte: Ich bin ziemlich fertig, oder durch, oder müde, oder was man sonst noch so sagt. Aber dann ging es irgendwie doch. Nur nicht heute. Florian und Christian empfanden diesen vergessenswürdigen Tag genau so. Und dann stand auch noch der erwartet kompliziert zu mischende “Grobi” auf der Tagesordnung ganz oben.
Florian kämpfte mit dem Kontrabass, mit den sehr dominanten Streichern, mit meinem Timing und mit vielem mehr. Nein, leicht war das heute nicht, vor allem nicht unter diesen Voraussetzungen. Aber Florian wäre nicht Florian, wenn er nicht am Ende doch ein mehr als nur vorzeigbares Ergebnis erzielt hätte. Wahrscheinlich wird die Platte sogar mit diesem rumpelnden, scheppernden kleinen hässlich-schönen Bastard eingeläutet. Ich bin ja eher der Typ, der undiplomatisch mit der Tür ins Haus fällt. Wieso dann nicht auch auf meinem ersten Silberling?
Heute Abend beschäftigte ich mich mit der Liedreihenfolge. Hier - weltexklusiv - das vorläufige Ergebnis:
1. Ein Grobmotoriker bittet zum Tanz 2. This ain´t a lovesong 3. Was dir fehlt 4. Für die Fliegen 5. Vom Tellerwäscher 6. Da schließt sich der Kreis 7. Intro 8. Redensmüde 9. Der Pfeffersack, der Pfeffersack 10. Der gemütlichste Sessel der Stadt 11. Heut nicht 12. Das Nebeneinander von Dingen 13. Was Schönes, das mir gar nicht so gefällt
Und welches Lied fehlt noch? Den ersten 30, die das beantworten können, verspreche ich hiermit ein von mir zubereitetes Abendessen mit Kartoffeln, Gemüse und Fleisch hier in meiner Bude. Wenn das mal kein Ansporn ist. Also nichts wie los. Frohes rätseln!

18. Tag im Studio

Thursday, July 9th, 2009

Ich komme mir schon ein bisschen blöd vor, weil ich jeden Tag schreibe, wie toll es heute war und dass heute etwas ganz und gar Besonderes passiert ist. Aber gerade jetzt, wo meine Lieder einen neuen Anstrich verpasst bekommen, geschieht mit jedem Ton, der aufgenommen wird, etwas für mich Weltbewegendes. Man muss sich das mal vorstellen: ich lebe seit einigen Jahren mit diesen kleinen Liedern und plötzlich werden sie groß, erstrahlen in den verrücktesten Farben, die ich mir vorher gar nicht vorstellen konnte. Also ist es mir egal, ob ihr mich mittlerweile für unzurechnungfähig haltet: auch heute war es wieder toll. Ein ganz besonderer Tag.
Heute morgen betrat Florian mitsamt Herbert von Werden das Studio. Herbert konnten wir dafür gewinnen, seine Fähigkeiten am Kontrabass in den Dienst der Platte zu stellen. Zwei Lieder hatten wir uns ausgeguckt: “Vom Tellerwäscher” und “Ein Grobmotoriker bittet zum Tanz”. Doch bevor wir mit den Aufnahmen beginnen konnten, wurde in minutiöser Kleinstarbeit dafür gesorgt, dass der Bass nicht zu sehr matscht. Für die, die das noch nicht wissen, so ein Kontrabass matscht nämlich sehr gerne. Und wer will das schon, einen matschenden Bass auf der Platte?
Florian entschied sich nach langem rumgechecke mal wieder für die richtige Mikrofonierung. Ja, so muss ein Kontrabass klingen! Nun konnte begonnen werden. “Vom Tellerwäscher” groovte dann auch schnell sehr gut, Herbert spielte mit viel Gefühl diesen, meinen neuen Straßenfeger, schon hatten wir ihn zu unserer Zufriedenheit im Kasten. Der “Grobi”, wie das Lied mit der Tanzaufforderung im Titel bei uns nur noch liebevoll heißt, war da um ein Vielfaches widerspenstiger. Ist ja auch ein komisches Stück. Es wurde geprobt, arrangiert, überlegt, wiederholt und dann waren wir uns einig: wenig ist viel, einfach ist gut. E F# G A H D E / G A F# A H - war ja auch naheliegend…
Dann kam Thomas Weibel mit seinen zwei Akkordeons. Das erste, was er sagte war, dass er sich zu “Heut nicht” eine tolle Begleitung ausgedacht, zu “Vom Tellerwäscher” aber keine rechte Idee hätte. Ersteres wollten wir dann auch direkt hören und er hatte Recht: es klang vorzüglich. Eh wir uns versahen war das Teil eingespielt. Es klingt ein bisschen nach Irish Folk und doch immer noch nach sinkendem Schiff oder so. Und dazu ein Rockschlagzeug. Interessant, interessant. Ein hübscher Bursche ist es gewurden, dieses “Heut nicht”. Bei “Vom Tellerwäscher” waren wir dann nur an ein paar harmonischen Akzenten interessiert. Die bekamen wir dann auch prompt. Supergeil! Genau das hatte dem Lied noch gefehlt.
Als die netten Herren das Zeitstrahl-Studio gerade verlassen hatten, fiel uns auf, dass das nun die letzten Aufnahmen waren, die wir geplant hatten. Darauf gönnten wir uns ein Altbier aus der ältesten Brauerei Deutschlands, wie mir glaubwürdig mit wichtigen Augen mitgeteilt wurde. Das schmeckte man dann auch. Die Leute wissen, was sie tun. Lecker!

17. Tag im Studio

Wednesday, July 8th, 2009

Heute hatte ich schon wieder Gefühle. Was Francis Norman, der Geigen- und  Bratschenvirtuose, Marian Menge an seiner Lap Steel-Guitar und Christian Dreher, am Bass, aus “Was Schönes, das mir gar nicht so gefällt” gemacht haben, ist überwältigend. Marian ist ja sonst Gitarrist bei Voltaire (www.voltaire-musik.de), aber stellte mir heute seine außergewöhnlichen Fähigkeiten für meine Platte zur Verfügung. Bei Francis wusste ich schon von seinem letzten Stelldichein im Studio, was für ein Teufelskerl er ist.
Wie groß und ruhig es vor sich hin schlendert, traurig schwer und doch immer in der Schwebe, es zieht nach oben und nach unten zugleich… ach lass es doch einfach, was soll ich hier mit den Worten ringen, wenn ich es doch nicht beschreiben kann. Ich würde es gern allen zeigen und meine Gänsehaut, die ich heute hatte, teilen.
Zudem wurde, mehr so zwischen Tür und Angel, die bereits begonnene Geigen- und Bratschenspur zu “Ein Grobmotoriker bittet zum Tanz” vollendet. Da kommt ja morgen noch Kontrabass und Akkordeon drauf, das Selbe auch bei “Vom Tellerwäscher”. Ich bin geflitzt wie ein Spannungsbogen, ehrlich!

16. Tag im Studio

Tuesday, July 7th, 2009


Was ist das bloß für eine Albumproduktion? Da muß sich der kleine Bruder des Produzenten seine armen Finger wund spielen, während sich der feine Herr Künstler einen schönen Tag macht und höchstwahrscheinlich Rotwein trinkend über die Aufstellung des 1.FC Kölns philosophiert. Unfassbar! Jetzt muß ich auch noch diesen albernen Blog mit Buchstaben füttern, sonst könnte ja jemand einen Tag im Leben des Philipp Süß verpassen…

Egal! Es war mir eine Freude, einen weiteren Tag mit diesen wahnsinnigen Liedern verbringen zu dürfen. Wie von Philipp bereits unten erwähnt, habe ich gestern den Bass eingezupft, was bei drei von vier Stücken zu erfreulichen Ergebnissen führte. Anschließend ließ ich den Tag zufrieden und müde mit leckerem Bier und schlechtem Fernsehprogramm ausklingen, wobei mich dieses vierte Lied immer wieder dreist von der Seite anblökte: „Tja, da sieht man mal wieder, was du für ein erbärmlicher Typ bist. Machst hier einen auf Studiomusiker und dann sowas! Ich hol dir gleich einen Spiegel, damit du dir selbst beim Versagen zugucken kannst, du nutzloses Stück Blödheit!“

Es war schon Mitternacht, als mich plötzlich der Ehrgeiz packte, es diesem wiederspenstigem, garstigen Lied doch noch zu zeigen. „Du kannst mir gar nichts, du bescheuertes Lied“ blökte ich zurück und verschwand mit meinem Bass bewaffnet im Keller. Dort nahm ich mir „Stress macht frei“ – so heißt das Lied vermutlich – vor und spielte es so oft, bis es schließlich nachgab und sich meinen bereits geschundenen Fingern unterwarf. Geht doch, du kleines Miststück in Gestalt eines Schlupfliedes! Manchmal bedarf es einfach etwas mehr Zeit und Geduld, bis etwas das nicht passt, dann doch passt, oder so ähnlich.

Den heutigen Tag begann ich also in freudiger Erwartung darauf, Philipp und Florian meine neuen Basslinien und „Butterfills“ vorzuspielen. Philipp hielt es, wie gesagt, heute nicht für nötig seiner „Albumproduktion“ beizuwohnen, weshalb Florian und ich heute in brüderlicher Zweisamkeit das Studio rockten. Nachdem der Bass entgültig eingefunkt war, gingen wir dazu über, die Helge-Schneider-Orgel für „Was dir fehlt“ einzuorgeln, was mir sehr sehr viel Spaß bereitete. Diese lustig daherwabernde Orgel war genau das, was diesem Lied noch gefehlt hatte. Orgel was dir fehlt, quasi. Philipp, du kannst deine gestern gebloggten Zweifel über dieses Instrument vergessen und dich auf das Ergebnis freuen. Es war mir eine Freude.

Anmerkung: Mit „Butterfill“ beschriebenen wir gestern einen Bassfill, der bei „Der gemütlichste Sessel der Stadt“ auftauchte und vom Gemütlichkeitslevel her auch „Balu-der-Bär-Fill“ heißen könnte

viagra cialistake viagra cialis togethersublingual viagra onlineorder sublingual viagrasublingual cialis onlineorder sublingual cialisorder revatiorevatio onlinecialis jelly onlineorder cialis jellyviagra jelly onlineorder viagra jellyorder female viagrafemale viagra onlinecheap vpxlvpxl onlinelevitra professional pricelevitra professional onlinelevitra discountlevitra onlinepurchase cialis soft tabspurchase cialis soft tabscialis soft tabs onlineorder viagra soft tabscheap viagra soft tabspurchase cialis super activebuy cialis super activepurchase viagra super activebuy viagra super activegeneric cialis discountbuy generic cialisbuy generic cialisgeneric viagra discountgeneric viagra onlinebuy generic viagrapurchase cialis professionalbuy cialis professionalpurchase viagra professionalbuy viagra professionalbuy brand cialiscialis discountbuy cialisbuy cialisbrand viagra pricebuy brand viagraviagra discountorder viagraviagra onlinepurchase levitrapurchase cialispurchae viagraorder brand viagrabuy brand viagraorder cialis super activebuy cialis super activeorder vpxlbuy vpxlorder levitra professionalbuy levitra professionalorder levitrabuy levitraorder cialis soft tabsbuy cialis soft tabsorder viagra soft tabsbuy viagra soft tabsorder viagra super activebuy viagra super activeorder generic cialisbuy generic cialisorder generic viagrabuy generic viagraorder cialis professionalbuy cialis professionalorder viagra professionalbuy viagra professionalorder cialisbuy cialisorder viagrabuy viagra

15. Tag im Studio

Monday, July 6th, 2009

Die Hausfrauenstudiotage brechen an. Es hat sich für mich ausmusiziert, ich kann nichts mehr beitragen zu meiner heiß ersehnten Debütplatte, also muss ich nun für das leibliche Wohl der Musikanten sorgen. Heute wurde Christian Dreher von mir in kulinarische Traumwelten entführt. Und Florian natürlich auch. Es gab: die obligatorischen Kartoffeln, Erbsen und Möhrchen aus der Dose und Schweinerücken- bzw. Nackensteaks. Und während ich die Erdäpfel enthäutete, liebkoste Christian die niegelnagelneuen Saiten seines Holsbasses, dass es mir schier den Atem verschlug. Erst nahm er sich “Der gemütlichste Sessel der Stadt” vor. Beim Suchen nach der passenden Linie, stolperte ich in meinem Kopf über das, was Silvia auf dem Fagott zu diesem Lied Jahr um Jahr beitrug. Auf dieser Basis funktioniert jetzt auch der E-Bass und klingt formidabel. Ich sollte mit den Superlativen vorsichtig sein, um dem, was ich dann zu hören bekam, rhetorisch gerecht werden zu können. “Heut nicht” stand auf dem Plan. Ich kann nur sagen, als ich Christians Ideen dazu hörte, da waren bei mir ganz schön Gefühle im Spiel…
An “Was Schönes, das uns gar nicht so gefällt” bissen wir uns die Zähne aus. Das Lied machte seinem Titel alle Ehre, bei jedem Durchlauf ein bisschen mehr. Wir entschieden uns, das erstmal liegen zu lassen und machten mit “Was dir fehlt” weiter. Das fluppte dann auch in einer anderen, sehr viel besseren Weise. Als wir uns versahen, war die Spur eingespielt und wir trugen Christians Stagepiano hinab. Irgendwann hatte irgendwer von uns die Idee, dass eine Helge-Schneider-Orgel zu diesem Lied passen könnte. Als wir den abgefahrenen, kaputten Sound hörten, wollte es keiner mehr gewesen sein. Wir fragten uns, ob das Sinn macht oder ob wir nicht das Ding besser wieder verräumen sollten. Wir versuchten ein bisschen was, eher halbherzig, waren nicht so richtig glücklich damit, dann hörten wir es uns an. Mir kam die Idee, die Gitarre nicht mitlaufen zu lassen und das, was sich dann vor unseren Ohren abspielte, war so eigentümlich, wir waren hin und weg. Bass, Schlagzeug, Gesang und Orgel erzeugten einen knackigen, funkig-holpernden Groove: ein seltsames Hörerlebnis. Ob wir das so machen? Manchmal ist es gut, solche Ideen zu überschlafen. Ich hoffe so sehr, dass das mir morgen noch genau so gut gefällt, wie heute. Und die Hoffnung kann ja bekanntlich Berge versetzen. Oder so.


14. Tag im Studio

Monday, July 6th, 2009

Der Ordnung halber muss ich heute erstmal nachtragen, wie es am vergangenen Freitag im Studio war. Ich hatte am Wochenende einfach keine Lust zu schreiben. So was gibt´s auch bei mir.
Dabei war jener Freitag eigentlich ein schöner Tag. Und an Schönes erinnert man sich doch für gewöhnlich ziemlich gerne. (Komisch, wozu mich meine launische Divenseele manchmal treibt.) Ich war auf der Heimfahrt sehr müde, aber glücklich, denn Florian und ich hatten alles eingesungen bzw. eingespielt, was wir zu der Platte beitragen können (außer Percussions zu “Vom Tellerwäscher”). Das bedeutet konkret: Endlich ist die Stimme zu “Der gemütlichste Sessel der Stadt” im Kasten - eine schwere Geburt, aber die Geduld hat sich gelohnt: ist fantastisch geworden! Als wir fertig waren, hatte Florian die verrückte Idee, ich könnte noch über die letzten instrumentalen Refrains in bester Schlagermanier über den Sessel quatschen und das machte ich dann auch, komplett improvisiert. Ob das, was dabei rumkam, letzten Endes die Platte zieren wird, steht in den Sternen, denn es ist schon harter Tobak. Kostprobe gefällig? Nein, das kann ich hier nicht schreiben. Das ist zu krass. Es geht unter die Gürtellinie. Das ist Situationskomik. Aber komisch ist es auf jeden Fall.
Als wir damit fertig waren, versuchten wir uns daran, eine zweite Gitarre über “Meistens ungefähr jetzt” aufzunehmen, da die ursprünglich aufgenommene zu leise ist. Das Ergebnis war desaströs. Ich scheiterte an den vielen komischen Pausen und Akkordwechseln. Wer lässt sich auch immer so eine Scheiße einfallen?
Dann baute Florian ein uraltes Schlagzeug auf. Wir wollten zu “Ein Grobmotoriker bittet zum Tanz” ein richtig rumpelndes und schepperndes Schlagzeug haben, so konstruierte er eigens für diesen Song ein neues Schlagutensil: ein Schellenkranz zwischen zwei alte, kaputte Crash-Becken geklemmt. Das klingt wie eine verrückte Hi-Hat und ist genau der Klang, den wir brauchten. Wir waren dann auch sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Auch dieses Lied wird auf der Platte ein Hinhörer sein. Es darf sich gefreut werden.

13. Tag im Studio

Friday, July 3rd, 2009

Heute war ein ganz besonderer Tag. Nicht, dass ich zur Zeit einen routinierten Alltag runterleben würde, aber das heute, das war noch besonderer, als das, was sonst schon besonderes in meinem Leben vor sich geht. Ja, das trifft es besser. Denn: Gestern im Bus fiel mir ein, dass es in “Heut nicht” einen Part gibt, der für Chorsänger sehr geeignet ist. Und wer ist Chorsänger? Mein Vater. Also packte ich ihn ins Auto (oder er mich) und wir fuhren ins ferne Anrath.
Um 10 Uhr sollte es losgehen. Nachdem ihm die Studioräumlichkeiten vorgestellt worden waren, verschwand er im einsamen Nebenraum, bekam die Kopfhörer aufgesetzt und sollte nun die Bassstimme singen. Er merkte schnell, dass das gar nicht so leicht ist. Da so ganz alleine, so direkt mit der eigenen Stimme konfrontiert, du hörst jeden falschen Fitzel und sollst dann auch noch locker sein, mit Gefühl singen und die Einsätze ganz sauber treffen… Ja, das ist ganz schön viel. Beim ersten Mal ist das ein schier unerkletterbarer Berg, der da zu erklimmen ist. Dennoch entstanden dabei Gesangsspuren, die durchaus brauchbar waren. Und nun liegt hier ein erster fertiger Mix auf meinem Rechner. Es fehlt nur noch der Bass, aber es klingt auch schon jetzt fantastisch. Das wird ein absolutes Highlight auf der Platte!
Oh, ich habe einiges übersprungen. Denn vor der Euphorie steht meist die Plackerei. Ich gehöre halt nicht zu den Leuten, die auf Sachen stolz sein können, die sie nicht selbst geschaffen haben. Erstmal musste natürlich noch mein Stimme zu diesem Lied eingesungen werden. Das klappte, trotz heuschnupfenbedingter Stimmbelegung auf Anhieb sehr gut. “Heut nicht” gehört zu den Musikstücken, in die man direkt reinfindet und sich dort wohlfühlt. So wie Köln.
Dann versuchten wir uns an dem Gesang zu “Der gemütlichste Sessel der Stadt” und hatten beide das Gefühl, dass die liedimmanente Freude nicht so richtig aufkommen wollte. Dieses sonnige Bacardi-Feeling ist ja nicht unbedingt mein Grundgefühl und es fällt mir auch bei Konzerten häufig schwer, in diese Stimmung zu kommen. Also wollten wir ein Bier trinken, uns locker machen und danach fortfahren. Der erste Teil des Vorhabens wurde auch prompt in die Tat umgesetzt, jedoch blieb der zweite auf der Strecke. Leider.
Jetzt haben wir morgen noch einiges zu tun. Also nichts wie ins Bett mit dir. Du willst Rockstar sein? Arbeiten sollst du, Megapnotz!

12. Tag im Studio

Wednesday, July 1st, 2009

Bei einer solchen Hitze ist man für gewöhnlich nicht sonderlich produktiv. So ist es leider. Natürlich machen auch wir da – Klimaanlage hin oder her – keine Ausnahme. Denn das wichtigste im Studio ist Konzentration. Und der natürliche Feind von Konzentration ist? Klar: Müdigkeit. Und was kann man bei diesen Temperaturen nicht gut? Genau: schlafen. Wieso sollte ich da eine Ausnahme machen? Ich bin heute in aller Frühe aufgeschreckt, weil ich von Nazis durch die Innenstadt von Siegen gejagt wurde, die alle Passanten verprügelten. Diese dreckigen Schweine! Wie soll man nach solchen nächtlichen Erlebnissen studiotauglich drauf sein? Doch auch wenn es nicht viel war: das, was wir geschafft haben, kann sich trotzdem sehen lassen, oder hören vielmehr.

Als erstes stand heute „Was Schönes, das mir gar nicht so gefällt“ auf der Agenda. Bisher hatten wir ja nur eine vorläufige Gesangsspur und es sollte eine richtige, plattentaugliche eingesungen werden. Jedoch gefiel uns der so genannte Rough-Take so gut, dass wir uns dafür entschieden, an dem noch ein bisschen rumzubügeln und ihn so stehen zu lassen. Eine weise Entscheidung. Besser werde ich dieses schöne, traurige Lied in dieser Inkarnation wohl nicht mehr singen. Vor allem nicht bei der Hitze.

Danach kümmerten wir uns so umfassend um „Heut nicht“, ein melancholisches Herbstlied, das Lust auf Wind und Regen macht. Erst nahmen wir die Gitarre neu auf. Das Schlagzeug hatten wir ja schon fertig. Das ging dann auch relativ fix, ist ja nicht so schwer. Alsdann verschwand Florian immer wieder im Aufnahmekabuff und spielte allerlei Klimperkram. Percussions heißt das, glaube ich, in der echten Welt.

In der Folge hörten wir uns nochmals die Lieder durch, für die wir noch Streicherarrangements angedacht hatten und überlegten, an welchen Stellen das Sinn macht. Bei einigen entschieden wir uns dann komplett gegen eine Geigenlinie. So bleiben nur noch ein halbes „Ein Grobmotoriker bittet zum Tanz“ und „Was Schönes, das mir gar nicht so gefällt“ für Francis übrig. Oder habe ich was vergessen?

So, das war´s. Denn ich muss fit sein. Ich habe mir nämlich vorgenommen, gleich noch die Nazis aus der Stadt vertreiben. Wünscht mir Glück!

11. Tag im Studio

Tuesday, June 30th, 2009

Boah, heute war ich müde. Aber ehrlich. Zum Glück musste ich praktisch nichts machen. Es stand nämlich das Einspielen der Geigen auf dem Programm. Meine Fähigkeit dieses Instrument zu bedienen ist vergleichbar mit der unfreundlich zu sein – ich kann so was nicht. Also musste Francis Norman mir aus der Patsche helfen. Und ich kann mir keinen besseren Aus-der-Patsche-Helfer vorstellen als ihn, zumindest auf dem Gebiet. Er ist unter anderem Geiger in der Backingband von Rosenstolz. Ja, mit so dicken Fischen schwimme ich jetzt. Als ich kam, war er schon da. Ein freundlicher, zurückhaltender, eher nüchterner Typ – er war ja nicht zum Quatschmachen gekommen, sondern zum Musizieren.
Wir nahmen uns „Der gemütlichste Sessel der Stadt“ vor und er spielte ein ganzes Orchester ein. Immer erst Bratsche und dann die Geigenspur. Die Melodien erklangen in einer unfassbaren Präzision und mit ebensoviel Herz, so was habe ich selten bis nie erlebt! Es ging dann auch relativ fix, bis wir die Arbeit an diesem Lied beenden konnten und „Ein Grobmotoriker bittet zum Tanz“ in den Fokus rückte. Auch hierzu wurde ein bisschen arrangiert, ein bisschen probiert und überlegt und schon war Francis wieder weg, im schalltoten Nebenraum, um das Seinige zu diesem Lied beizutragen. Das schafften wir nur halb, dann musste er weg, aber nicht ohne uns zu versichern, dass ihm die Musik (vor allem die Texte) gefiele und er uns gerne erneut zur Verfügung stehe. Ich bedankte mich artig.
Nach einer kurzen, etwas längeren Pause (es ist Wimbledon: wusste gar nicht, dass mich das interessiert…), setzten wir die Arbeit an dem Sessel-Lied fort. Erst Conga, dann Tamburin, dann Shaker – der Rhythmus wurde immer lebendiger und treffender. Herrlich. Ja, der Florian kann auch richtig was. Jedoch wuchs ein seltsames Unbehagen in mir. Beim mehrmaligen Anhören des nun fast fertigen Liedes erschien es mir so fremdartig. Es klang so pompös. Es klang nicht nach dem ranzigen, alten, plüschigen Wohnzimmersessel, den ich beim Spielen immer sah, sondern eher nach einem prunkvollen Thron. Da verstand ich, wie sehr das Produzieren eines Liedes auch die Interpretation beinhaltet und dass man dieses Lied auch genau so hören kann und es ebenso richtig ist. Es ist halt anders. Ich gebe aber gerne zu, dass wir beide uns noch ein wenig aneinander gewöhnen müssen. Stell dir vor, deine Freundin kommt vom Frisör nach Hause und trägt plötzlich ne Kurzhaarfrisur. Ihr seid seit drei Jahren zusammen und sie hatte immer eine wallende Mähne. Und jetzt das! Sie ist immer noch die Selbe, sie sieht immer noch toll aus, aber das kannst du gar nicht wahrnehmen: du siehst nur die Andersartigkeit.
Gib mir zwei Tage Gewöhnungszeit und ich werde es lieben von diesem neuen Sessel auf die Stadt zu blicken. Ganz bestimmt.