Archive for the 'Lesung' Category

Lieder ohne Inhalt

Tuesday, May 11th, 2010


Lieder ohne Inhalt sind halt in

Das könnte sein wieso ich Wicht, ich, so wichtig bin

Ich bin nicht richtig drin, wahre Distanz

Will Distanzlehrer sein, wahre Distanz macht allein

Bring dir links, zwo, drei meine Distanzschritte bei

Nur ein Taschenspielertrick für den Panoramablick

Erst wenn du willst, was du machst, mach was du willst

Es ist nicht egal mit welchem Mus du deinen Hunger stillst

Kapital is Mus, Marx is Mus, National is Mus

Und du, Dreikäsehoch, kannst du noch kauen?

Ich weiß, ich heil dich, ich, ich bin heilig – ach, halt´s Maul

Autoritäten sind wie Autoraritäten, alt und überteuert, halt bescheuert

Du kennst meinen Nachnamen nur dem Namen nach

Ich lebe und ich laber, wie ich meine Leber labe

Angebe, wenn und aber, feiger Streber live in Farbe

Wer verändern will, muss fair bleiben

Erst dann kann er mit erhobenem Zeigefinger Mittelfinger zeigen

Die einen begreifen so leicht viel, doch handeln nur vielleicht

Die andern machen viele Sachen, raffen nichts

Die beiden entscheidenden am seidenen Faden hängenden Möglichkeiten

Sind vereinen von Kopf und Hand oder von Schädel und Wand?

Beherrsch das rein-raus-Prinzip und du machst nicht nur Frauen froh

Nimm nicht alles auf ein Mal, das ist nicht nur beim Kauen so

Und alles Frischerlebte ist wie Fischstäbchen nach dem Tauen roh

Leg es erstmal in die Sonne, wie der Bauer auf den Auen Stroh

Und dann geh in Ruhe kacken auf dem dunkelblauen Klo

Lass es raus und du fühlst dich nicht mehr, wie ein Pfau im Zoo

Süß und bunt und gern gesehen, so wie ne Tüte Haribo

Für Cahit

Tuesday, February 24th, 2009

Er weint nicht mit den Augen
Nur durch die Flächen seiner Hände
Erzähle jedem
Es sei Blut

Er hält seine Tränen
Seine Tränen in den Fäusten
Balle sie fester, balle sie fester
Darfst sie nicht verlier´n
Darfst sie nicht verlier´n

Vielleicht wirst du sie noch brauchen
In diesen wirren, heißen Tagen
Schließ die Augen, pssst, sag nichts
Zeig die Hände, wenn sie fragen

Da vor ihm liegt
Seine Zunge auf der Straße
Cahit, pass auf!
Bitte fall nicht hin

Und schon liegt er da mit geschundenen Knien
Zwischen all den fremden Augen
Balle sie fester, balle sie fester
Darfst sie nicht verlier´n
Darfst sie nicht verlier´n

Vielleicht wirst du sie noch brauchen
An diesen viel zu wirren Tagen
Schließ die Augen, pssst sag nichts
Zeig die Hände, wenn sie fragen

Sie werden fragen
Und du bleibst einfach stumm
Du wirst sie brauchen
Doch es wird zu wenig sein
Zu wenig sein für sie
Für ihr Fragen
Viel zu wenig Tränen

Hier die schönste Spam-Mail der Welt

Monday, February 9th, 2009
  1. Name: www.detektivderdetektei.de | E-Mail: detektiv@detektivderdetektei.de | URI: http://www.detektivderdetektei.de/detektei-stuttgart.html | IP: 85.13.136.189 | Datum: November 25, 2008

    Hi there I m glad to your post “Konzertabsage” so well that I like
    to ask you whether I should translate into German and linking back.
    Please answer. Greetings Detektiv

Es tagt im KZ

Wednesday, August 29th, 2007

Ich sitze hier reglos und schaue ihm zu
Wie er ganz langsam verfault
Wie die Maden ihn nehmen, sich laben an ihm
Sich ergötzen an diesem Schmaus

Ich sitze hier fühllos und weine ganz still
Ich kann sie fast schmatzen hören
Es ist rührend sie so friedlich fressen zu sehen
Wie Freude und Leid sich umarmen

Ich sitze hier schlaflos, ringsum ist es leis´
Kaum hörbar ein Wimmern und Zucken
Wenn ich sie ihre Bäuche sich voll schlagen seh´
So wie die Kleene am Weihnachtsabend

Ich sitze hier leblos, es tagt im KZ
Dort hinten flucht einer und Stimmen, die rufen
Die Sonne strahlt feucht durch das Loch in der Wand
Nichts kann die Nimmersatten stören

Ich versuch ihn zu heben, ein Zittern, ein Ziehen
Fett trotten die Nachtgesellen davon
Ich verschwimme vollkommen vor glasigen Augen
Und am Ende schlafe ich ein

Das, was mich wegträgt, ist
Heut wird der Tag sein
Denn das, was der Wind macht, ist
Nur das bisschen Staub

Das, was mich wegträgt, ist
Heut wird der Tag sein
Denn das, was der Wind macht, ist
Nur das bisschen Staub

Das dann meine Knochen bedeckt

Eins

Sunday, September 24th, 2006

Wenn sich unsere Augen schmunzelnd berühren und Du im rechten Moment das eine passende Wort zu mir sagst
wenn Dein wärmendes Lachen meine heiße Stirne kühlt

Dann vergesse ich, wo Ich aufhöre und Du beginnst

Weißt Du, was Deine Hand auf meinem Knie mir bedeutet
oder Dein Bein auf meinem Bein

Weißt Du, wie sich Kinder freuen
wenn man sie unerwartet beschenkt


Ein Ausblick

Sunday, September 24th, 2006

Das ist mein Weg! Ich habe keine Wahl!
Es wird immer so sein: Ich werde immer wieder nackt hier erwachen und zittern vor Kälte, zittern vor Scham und vor Einsamkeit.
Und diese Einsamkeit ist echt, immer wieder echt. Immer dann, wenn es unerklärlich ist, was mich bedrückt, wenn ich - hilflos und klein, trist und ohnmächtig - Spielball bin.
Und diese Angst. Auch sie wird wiederkommen, meine großen Worte auf den Prüfstein stellen, mich schlaflos machen, mich betrinken. Sie lässt mich Worte hören aus meinem Mund, die ich nicht gesagt habe, gestikulieren mit Armen, dich nicht mir gehören, strampeln mit Beinen, die ich nicht kenne.
Die mich mich hassen, mich verachten lässt.
Ja, diese Trauer aus dem Nichts, dieses dumpfe Gefühl hinter der Stirn, dieser ständige Druck hinter den Augen, den Tränen nah, aber kein Grund zu weinen, alles da draußen verschwimmt, keine Kraft, keine Richtung, - ja, das ist Einsamkeit. Das habe ich nur für mich. Und ja, das macht mich zu etwas Besonderem.
Das ist mein Weg!
Ich verachte ihn nicht, ich liebe ihn nicht und doch tue ich beides zugleich. Letztlich ohnehin egal, wie ich zu ihm stehe, weil ich ihn gehen muss. Und bald, ja bald bin ich wieder oben und werde ganz anders klingen.
So sicher wie ich wieder in Angst gekrümmt am Boden liegen werde.
Ich spüre die dünne Luft um meine Nase wehen, die die Veränderung bringt, die das rettende Gewitter ankündigt, oh ja, wie sehne ich mich nach Wind, nach Sturm, der mir die Welt, das Leben, in die Glieder peitscht, wie sehr sehne ich mich nach kaltem, echtem Regen auf meinem Gesicht, auf meinen Händen, der mich säubert, reinwäscht von all dem Dreck, von dieser falschen Wärme. Den Donner im Ohr, so laut und bestimmt. Den Blitz vor Augen, so unwirklich hell. Und ich so klein, so richtig dabei, so egal, von jeder Verantwortung entbunden, taumelnd groß und mächtig, so nah bei mir.
Oh, dieses Gewitter und dann die Luft danach. Und da wird jemand sein, der sie mit mir atmet. Gewiss. Und es wir nicht mehr lange dauern.
Und wir werden uns halten und von der Ewigkeit kosten für einen Augenblick. Uns glauben machen, wir hätten alle Ängste überwunden, alles Dunkle erleuchtet, alles Kranke geheilt. Und mit dem Glauben daran wird es auch so kommen, wir werden uns leuchten, wir werden uns heilen. Und wenn es nur für eine Woche ist, nur für einen Tag, eine Stunde, ich will dir dankbar sein dafür, dass du meine Luft geatmet hast und ich deine schmecken durfte.
Dafür,  dass du mich gehalten hast.
Und dann wird irgendwann wieder diese dünne Luft kommen und dann das Gewitter, vielleicht werden wir es überleben, zusammenstehen, vielleicht sogar ein zweites oder ein drittes. Nur im Gewitter bin ich allein. Da habe ich nur mich. Im Sturm kannst du nicht zu mir. Der Donner ist so laut, er lässt dich stumm vor mir, und der Blitz, so hell, du blind und ich einsam, verloren.
Du musst mich dann lassen, hörst du? - wie ich dich. Und irgendwann kommt dann ein neuer Tag, eine neue Ewigkeit, ein neuer erster Sonnenstrahl für uns. Kein Zweifel, dass es schwer wird, aber denk bitte immer an die Luft, die uns blüht, wie die Blumen nach dem Regen.

Hey, ich freu mich auf dich…

Wie die Dinge sich drehen

Sunday, September 24th, 2006

Ich versiffe hier immer mehr. Gibt ja keinen Grund aufzuräumen. Der Dreck kratzt mir schon im Hals. Meine Augen jucken, das wird wohl der Staub sein. Oder gibt es eine Allergie gegen Fruchtfliegen? Dabei haben wir doch erst vor Kurzem die Wohnung entmüllt. 50 Euro Pfand, das ist doch ne ganz schöne Leistung, oder? Und schon jetzt sammeln sich wieder die Pfandflaschen und ich hab überhaupt keinen Bock sie zum Getränkemarkt zu schleppen. Ist die Mühe nicht wert. Dabei hatte ich mir doch so fest vorgenommen, dass so etwas hier nicht mehr passiert. Ich wollte einfach nie wieder sehen, was aus Bier wird, das in einer offenen Flasche ein halbes Jahr auf dem Balkon steht. Und wie es riecht. Es schüttelt mich. Ich will es einfach nur vergessen. Wenn man den Anblick dieser dicken, sauren, Ekel erregenden Flüssigkeit nicht als Lehre nimmt, was dann? Hätte ich es trinken sollen?
Man sollte sich von der Idee endlich verabschieden, dass es eine menschliche Entwicklungsgeschichte gibt. Es ist und bleibt doch nur die Wiederkehr des ewig Gleichen, oder nicht? Alles dreht sich im Kreis, alles ist so alt, wie die Menschheit selbst, unzählige Male schon geschehen, vor Urzeiten irgendwann ausgesprochen oder getan oder halt gelassen - und dann immer und immer wieder wiederholt. Und seit es Menschen gibt, gibt es die Hoffnung. Die Hoffnung, dass der Kreis, in dem wir uns drehen, eine Spirale ist, die zu etwas Höherem führt. Deshalb gibt es ja die Kultur und die Religion, als Teil der Kultur, um uns dieses Höhere als existent, als physisches Ziel vorzugaukeln. Weil ohne diese Hoffnung sind wir wohl nicht lebensfähig. Wir wollen halt keine Tiere sein: nur fressen und schlafen und in der Paarungszeit ficken. Nein, wir sind zu Anderem bestimmt, zu Besserem. Geile Idee, aber eben nur das: eine Idee.
Vollkommen ohne Grundlage in der Realität.


Überlebt

Sunday, September 24th, 2006

Die Sonne hängt finster und warm an einer Wolke. Sie hat sich da aufgehängt. Jetzt baumelt sie hin und her und stinkt – schon seit Tagen. Diese öde Luft kratzt in meinem Rachen. In meinem Mund schmeckt es faul und bitter. Ja, das sind bittere Tage.

Die Bäume sind noch ausgezehrt, noch nackt. Die Wolken hängen tief und drückend und doch ist es hell. Und diese falsche Wärme, dieser lächerliche Wind. Nichts stimmt, nichts passt zusammen.

Die Menschen lachen nicht, die quälende Sonne zieht die Mundwinkel herab. Die Menschen sprechen nicht. Sie haben nichts zu sagen.

Neben der roten Ampel ein Stoppschild. Die Fenster leer, mit Gardinen verhangen oder zugemauert. Ein Junge schlurft lustlos durch die Straßen und lutscht ein Eis. Es schmeckt ihm nicht.

Dieser schräge Tag, er klingt so kreischend in meinem Ohren. Meine Augen wollen nichts mehr sehen, mein Bauch kennt deine Hand nicht mehr. Er hat sie vergessen. Übelkeit, Kopfschmerz, warmer, stinkender Schweiß vereint Stoffe und Körper.

Ich wünsche mir Hagel und Sturm, eine kalte Nacht, peitschend in mein Gesicht. Oh, wie es flackert vor meinen Augen! Es ist so hässlich, so grell und falsch.

Die Bäume lassen sich fallen in den kraftlosen Fluss. Jetzt liegen sie da und nichts tut noch weh. Sie müssen keinem mehr gefallen, für sie ist die Sonne tot.

Und diese fahrigen Wolken bedrängen die hellgrünen Wiesen, wie sie in meinen Augen stechen. Dienst kranken Tieren als Futter, nichts ist voll und saftig an dir, nichts nahrhaft. Du bist ausgedörrt, ausgetrocknet, wie ein Sterbender.

Nur hier ist es schön, in der Dunkelheit. Will nichts mehr sehen, nichts mehr schmecken, nichts mehr spüren. Das ist nicht der Frühling, das ist nicht die Zeit, die leben bringt, da ist kein frischer Geruch von Sträuchern und Blumen, geruchlos bist du - und kein Willkommensgruß der Vögel. Was hat euch verstummen lassen?

Meine Stirn verdüstert, verrunzelt sich, meine Augen noch trüber. Meine Nerven wie Spinnweb – bei der kleinsten Berührung zerrissen. Und dieses dreckige Wasser. Du schöner Fluss wirkst flach und krank, verunreinigt voller Unrat. Du bist braun, in der Sonne fast gelb. Giftig, abweisend und lau.

Diese Brücke, sie hat schon so vieles gesehen. So viele Tage wie diesen fraßen sich in deine steinernen Füße. Sie ist heute egal, unbefahren, unbegehbar, gesperrt. Wofür also diese Tage ertragen, wofür sie überleben?

Wenn sie töten wollen, dann lass sie doch, leg dich zu den Bäumen, lass dich einfach fallen. Die Sonne zieht dich mit all ihrer Kraft nach unten, wehr dich doch nicht, es wird nicht wehtun, eine Erlösung, wenn du fällst in dieses wabernde Brackwasser.

Die Berge, wer hat sie da hingesetzt? Die grünen Fichten sehen so albern aus auf deinem Rücken. Man müsste euch auslachen. Wer hat dir das angetan? Und vor allem wieso? Wie sie dich bewuchern, wie ein Krebsgeschwür, unaufhaltsam breiten sie dich aus, bedecken deine krustige Haut…

Gleich muss es doch kommen, das Gewitter, das sich alle Elemente wieder vereinen lässt. Nicht länger alle für sich, Feinde, so auch mir Feind.

Diese Welt – nichts wofür es sich zu kämpfen lohnte, was es zu retten wert wäre. Wenn du so aussiehst, dann mag ich dir gerne zusehen, wie du vor die Hunde gehst. Dann ist es mir ein Fest und ich helfe gerne mit, nach Herzenslust.

Sein Kokain

Sunday, September 24th, 2006

Er schläft nicht mehr, denn er will jetzt alles sehen
Niemand darf ungesehen an ihm vorübergehen
Das ist seine Zeit und er ist jetzt bereit
Verleiht dem Augenblick endlich Unendlichkeit

Gibt sein Schweigen auf, denn es steht ihm nicht
Die Leute zeigen auf ihn, denn er ist nicht ganz dicht
Das ist ihre Sicht und irgendwie ham sie ja Recht
Er lässt dich nicht eben leben, nein er sucht das Wortgefecht

Er schläft nicht mehr, er ist längst ausgeruht
Sein Kokain treibt ihn aus Liebe und Wut
Er denkt nicht mehr, betritt die Bühne und lebt
Gibt euch alles, was er weiß und kann, wenn ihr ihm alles gebt

Gibt seine Zweifel auf, seine Angst und Sicherheit
Befreit sich von allem, was ihn und sein Hier entzweit
Er geht zu weit, er sucht Streit, warme, wahre Berührung
Gegen Bettlägerigkeit und gegen Federkernverführung

Damit es schneller geht

Sunday, September 24th, 2006

Da fahre ich also wieder. Fahre über Hügel, durch Täler, über frischberegnete, grüne Wiesen, über alte Brücken, über den braunen, kranken Fluss. Ich höre eure Stimmen wieder. Höre den Ort, an dem wir sind und wer alles dabei ist hier, welche Scheiße du zum Abendessen. Sehe, wie du sie frisst, dir die Finger ablutschst und schmatzt. (Deine Eltern sind Versager!) Und nichts ist geschehen.
Nur in meinem Mund schmeckt es noch schaler denn je, hinter meiner Stirn stumpf: Freut was? Nervt was? Schmerzt da noch was? Und die Sonne lacht, so wie ich, gerade noch, zwar ohne Herz, aber mit ganzem Leib – ist das denn nichts? Es ist eingeschlafen das Herz, lau, lebendig und doch abwesend. Abwesend, unberührbar und still.
Keine Angst, es wird schon wieder.
Und einer ist jetzt weg. Fehlt jetzt. Für immer. Das Beste so, höchste Zeit, Glück gehabt. Und im Gebet Kontakt, die Wahrheit verzerrt, doch mittendrin dann früh genug verschluckt. Erstickt. Die zwölf Tränen verschenkt, fühlten sich gut an, hoffte ich. In echt: fühlten sich nicht an.
Auch nicht.
Ich bin taub. Deine Stimme aus dreihundert Kilometern. Irgendwas mit Mitleid und dass du es gut meinst und so. Ja, ich weiß und doch kommt nichts, nein, der Weg zu weit.
Die Worte verlieren sich.
Und dieses Brett mit den Saiten, mein Freund? Es steht doch nur da und staubt. Haben den Kontakt verloren. Du liegst so falsch in meiner Hand. Keine Berührung mehr, kein Trost.
Und die Sonne lacht. Und Bäume und Häuser ziehen vorbei. Dort in der Stadt nur sinnlose Gesichter, schleppen ihre Körper durch die schlaglochübersäten Straßen. Jeder Schritt tut weh, jenen Wenigen, die noch empfindsam sind, jeder Schritt egal: mir und euch wie mir. Was meine Euphorie mich manchmal packt und schüttelt. Adrenalin, ein Hormon – macht mich zum Strandkind mit Triebfeder, hüpfe blind auf einem Bein. Wie ich euch nehme dann, an mich nehme, wie gut ich euch tue dann, helfe euch eure Zeit hinwegzulügen. Meine Witze sind gut, richtig gut dafür, lache schließlich selbst die meiste Zeit. Aber im Ende bleiben sie Wollknäuel für die jagende Katze.
Es ist so würdelos alles, so klein, so falsch und verlogen. Sogar die Sonne lacht jetzt nicht mehr. Und wer einen Swimming-Pool hat zieht halt dort seine Bahnen. Die Anderen schwimmen aufs Meer hinaus und schmecken die salzige Tiefe. (Vielleicht ertrinken sie sogar.)
Die meisten gehen ins Schwimmbad. Sie schwimmen dann an endlosen Kacheln vorbei, immer hin und her und hin und her. So ist es wohl: Die Kacheln bleiben gleich, nur bei jedem nächsten Mal, kaum wahrzunehmen, ein paar Algen mehr, ein bisschen Urin. Und man ist ein bisschen entkräfteter, ein bisschen müder dann. Und sie können das richtig gut: Die Augen zusammenkneifen wegen dem Chlor und nur denken an den nächsten Zug – und die Muskeln kommen von allein.
Gib ihnen doch mal einer einen Ball, dass es schneller geht!
Der Delfin macht das doch gern. Und wenn er nicht will, muss man ihn lassen. Das ist wirklich nur ein Spiel für ihn. Ich sehe es ihm an, wenn er mal nicht gut drauf ist. Und schau doch mal: Heute lacht er, das sieht man doch. Süß, ne?
So einfach den Sinn des Liftens erklärt. Das ist der ganze ästhetische Wert. Ist doch süß, ne?
Und dann fressen und saufen und schlafen. Wie die Kuh. Alles zum Selbstkostenpreis. Kein Grund Verhandlungen zu führen. Wer will damit schon seine kostbare Zeit vertun. Also ich nicht. Also ich bestimmt nicht.
Und fürs Ende noch ein: wird schon wieder und ein: nichts passiert.
Das verliert sich schon wieder.
Süß, oder?