Anekdoten aus dem taubstummen Leben

Ich sitze da, wie ich da sitze, wenn ich da so sitze
Schiebe Nichtigkeiten hin und her und hin und her und hin
Um mich wach zu halten kämpfe ich mit der Müdigkeit
Und es gelingt mir halbwegs ungefähr

Ich bin schon ganz doll im Kopf, weil der Tag so schnell verfliegt
Besser sitzen bleiben jetzt, als hinzufallen und mir was tun
Hin und wieder kommt das Telefon jäh bei mir vorbei
Doch es klingelt unerreichbar kurz
Ich gehe trotzdem ran und erzähle stundenlang
Anekdoten aus dem taubstummen Leben

Schon wieder Nacht, das gibt´s doch nicht, ist das alles, was du kannst?
Gibt´s nicht irgendwo irgendetwas, irgendetwas Neues?
Irgendetwas zwischen hell und dunkel, scheißen, trinken, fressen?
Irgendetwas zwischen Haustür und Bett?

Nicht, dass es nicht ginge, hier zu sitzen und zu bleiben
aber man wird doch mal fragen dürfen, oder nicht?
Und ich schiebe Nichtigkeiten hin und her und her und hin
Und ich kämpfe mit der Müdigkeit um nicht einzuschlafen
Wie mein Arm schon so lange eingeschlafen ist
Ich kratze mich und gähne und setze mich noch mal anders hin
Aber dann ist´s für heute auch genug

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