Ein Häuschen am See

Bin jetzt ein paar Jahre dabei
in dem ausweglosen Spiel
Bin schon heut manchmal satt von den Dingen
Die mich beglücken, erfreuen
betrüben und schmerzen
Und mir diese Lieder singen

Dann denk ich so bei mir
Jetzt ein Häuschen am See
und den Rest lass ich einfach geschehen
Doch wenn ich dann abends
hier vor´m Spiegel steh
Wen kann ich, wen will ich dann sehen?

Ich bin so randvoll
von den tausenden Leben
Die um mich herum sich bewegen
Seh die Falschen aufsteigen
die Richtigen fallen
Und mich mich ins Bettchen legen

Nicht selten, auch heute
winde ich mich im Kissen
Und schwitze und finde den Schlaf nicht
Wieder ein Tag nur gedacht
und nichts and´res gemacht
Nehm mein Textbuch und mach noch mal Licht

Jeder Tag birgt die Chance
Sich zu wandeln, zu werden
Erfahrung zu füllen mit Sinn
Also wirf mir nicht vor
ich kling wie ein Greis
Ich fühl mich so alt wie ich bin

Ich bliebe heute so gerne
nur hinter den Augen
Weil da ist es warm und vertraut
Ich sitze und flitsche
Steine auf dem See
Hab mir hier mein Häuschen gebaut

Doch ein Meer leerer Flaschen,
der Hunger, der Suff
Vertreiben mich aus dem Exil
Seh die traurigen Blicke
der Frau an der Kasse
Jemand schreit sie an, ich bin wieder im Spiel

Dann fühl´ ich mich randvoll
von den tausenden Leben
Die um mich herum sich bewegen
Hör den Mann über mir
seine Liebste verdreschen
Und seh mich mich ins Bettchen legen

Nicht selten, auch heute
wälz ich mich im Kissen
Und schwitze und finde den Schlaf nicht
Hab zu wenig gelacht
und stattdessen gedacht
Ich setz mich und mache mir Licht

Jedes Jahr ist ne Chance
Sich zu wandeln, zu werden
Erfahrung zu füllen mit Sinn
Also wirf mir nicht vor
Ich kling wie ein Greis
Ich fühl mich so alt wie ich bin

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